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Anrufen Gerüst anfragen

Verankerung in Altbau und Fachwerk.

Wie ein Gerüst in der Wand hält, was in Bruchstein, Fachwerk und Dämmung möglich ist und welche Lösungen es gibt, wenn gar nicht gebohrt werden darf.

· Gerüstbau Acht, Daxweiler

Nahaufnahme einer verzinkten Kupplung an Ständer und Riegel

Ein Fassadengerüst steht nicht von allein. Es kippt nach vorn oder hinten, sobald jemand darauf arbeitet — es sei denn, es ist mit der Wand verbunden. Diese Verbindung heißt Verankerung, und sie ist bei Altbauten die Frage, die über Aufwand und Preis entscheidet.

Wie eine Verankerung funktioniert

In die Wand wird eine Ringschraube gesetzt, in der Regel in ein Loch von 12 bis 14 Millimetern, meist mit einem Dübel. Daran wird das Gerüst mit einem Gerüsthalter befestigt — einem kurzen Rohr mit Kupplungen. Der Anker nimmt Kräfte in beide Richtungen auf: Er hält das Gerüst am Kippen und drückt es nicht in die Fassade.

Die Anker sitzen in einem Raster, das die Aufbauanleitung des Systems vorgibt — typischerweise alle vier Meter in der Höhe und alle paar Felder in der Länge. Es sind also nicht zwei Löcher, sondern bei einem Einfamilienhaus schnell zwanzig bis dreißig.

Was der Untergrund entscheidet

Vollziegel und Beton. Unproblematisch. Hier hält jeder Standarddübel die geforderte Last.

Hochlochziegel und Porenbeton. Geht, braucht aber die passenden Dübel — meist Injektionsanker mit Siebhülse. Bei Zweifeln wird die Auszugskraft an Probeankern geprüft.

Bruchstein und historisches Mauerwerk. Hier ist die Fuge oft weicher als der Stein, und die Wand ist nicht homogen. Wir setzen die Anker in tragfähige Bereiche und prüfen, wenn die Wand unbekannt ist. Was nicht geht: mit dem Standardraster darüberfahren und hoffen.

Fachwerk. Ins Gefach wird nicht gebohrt. Die Anker gehen, wenn überhaupt, in die Ständer und Riegel des Fachwerks — und das nur nach Abstimmung, weil das Holz Teil des Denkmals ist. In der Praxis wird bei Fachwerk häufiger freistehend gebaut.

Wärmedämmverbundsystem. Der Anker muss durch die Dämmung bis in den tragenden Untergrund. Nach dem Abbau muss die Durchdringung fachgerecht verschlossen werden, sonst hat man eine Wärmebrücke und einen Feuchteweg. Wer das nicht sauber macht, produziert in fünf Jahren einen Schaden.

Was mit den Löchern passiert

Wir setzen die Anker so weit wie möglich in Fugen oder in Flächen, die ohnehin überarbeitet werden. Beim Abbau werden die Ringschrauben entfernt und die Löcher verschlossen. Bei einer Fassade, die anschließend gestrichen oder verputzt wird, sieht man hinterher nichts. Bei einer Sichtfassade, die so bleibt, besprechen wir vorher, wo gebohrt wird — das ist ein Gespräch, das man führt, bevor die Bohrmaschine läuft.

Wenn gar nicht verankert werden darf

Dann steht das Gerüst frei. Das ist der Normalfall bei Denkmalen, bei Glasfassaden und bei manchen Türmen. Es bedeutet:

  • Breiterer Fuß. Die Standfläche wird vergrößert, das Gerüst wird als Turm konstruiert.
  • Ballast. Gewichte im Fuß nehmen die Kippkräfte auf.
  • Aussteifung. Diagonalen in beiden Richtungen, dichter als beim verankerten Gerüst.
  • Abspreizung. Wo es geht, wird gegen gegenüberliegende Bauteile abgespreizt — in einer Toreinfahrt, zwischen zwei Wänden, gegen den Fels.
  • Statik. Freistehende Gerüste laufen nicht mehr über die Regelausführung. Sie werden gerechnet, und Sie bekommen den Nachweis.

Das kostet mehr als ein verankertes Gerüst. Es ist aber der Unterschied zwischen einem Auftrag, der ausgeführt werden kann, und einem, der an der Denkmalbehörde scheitert.

Was Sie vorher klären sollten

Wenn Ihr Haus unter Denkmalschutz steht oder eine Sichtfassade hat: Sprechen Sie mit uns, bevor Sie den Maler beauftragen. Ob und wo verankert werden darf, bestimmt die Bauart des Gerüsts, und die bestimmt Preis und Aufbauzeit. Diese Frage lässt sich am Telefon nicht beantworten — dafür kommen wir hin.

Sagen Sie uns, was eingerüstet werden soll.

  • Was Ihr Gerüst kostet
  • Wann wir aufbauen können
  • Wie lange es stehen bleibt
  • Was die Verlängerung kostet